Der Sportverein für
Hörgeschädigte zwischen Harz und Heide
Was ist
Gehörlosensport
Aufgrund ihrer Kommunikationsbehinderung sind Gehörlose von
vielen wichtigen Bereichen der Gesellschaft, deren Kulturleben sehr stark auf
Gehör- und Lautsprache aufbaut, abgeschnitten. Dies hat dazu geführt, dass die
Gehörlosen die einzige Behindertengruppe mit eigener Sprache und eigener Kultur
sind. Die Geschlossenheit dieser Gemeinschaft überwindet nationale Grenzen und
Sprachbarrieren.

Sportbetätigung in der Schicksalsgemeinschaft löst die
Gehörlosen aus der Isolation, gibt ihnen Lebensfreude und stärkt das
Selbstbewusstsein. Der Sport bildet eine umfassende Lebenshilfe in jeder
Beziehung.
Durch ihre Kommunikationsbehinderung können sich Gehörlose
mit anderen Behinderten genauso wenig verständigen wie mit Nicht-Behinderten.
Das ist der Hauptgrund dafür, dass Gehörlose ihren Sportbetrieb eigenständig
organisieren und nicht dem Deutschen Behinderten-Sportverband angehören.
Gehörlosensport ist keine eigenständige, spezielle Sportart für Hörgeschädigte. Sie betreiben die gleichen Sportarten wie die der hörenden Welt. Allerdings mit Einschränkungen. Trotz ihrer körperlichen Unversehrtheit besteht für Gehörlose keine Chancengleichheit im Wettkampf mit Hörenden, u.a. deshalb, weil der Hörschaden Einfluss auf das Erlernen von Bewegungsformen (Motorik) hat und man aufgrund von akustischen Eindrücken auch Informationen über die Beschaffenheit eines Bodens, den Schnitt eines Balles, die Nähe eines Mit- bzw. Gegenspielers usw. erhält. Z.B. hört ein gehörloser 100m Sprinter nicht den Startschuß, sondern sieht erst den Rauch aus der Startpistole. Deshalb wir im Gehörlosensport mit einer Fahne oder optischen Signalen gestartet. Daher ergibt sich schon ein Nachteil von Zehntelsekunden.
Geschichte
Der deutsche Gehörlosensport blickt auf eine mehr als
hundertjährige Geschichte und Tradition zurück. Schon im Jahre 1888 gründete
der Taubstummenlehrer Albert Gutzmann in Berlin den ersten
Gehörlosen-Sportverein mit dem Namen "Taubstummen-Turnverein
Friedrich". Nach der Gründung weiterer Vereine schlossen diese sich 1910
zum "Verband Deutscher Taubstummen-Turn- und Sportvereine" zusammen,
dem Vorläufer des nach dem 2. Weltkrieg 1947 wieder ins Leben gerufenen
Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes (DGS).
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1924 konstituierte sich der Weltverband des
Gehörlosensports, das CISS (Comité International des Sports des Sourds) heute
ICSD. Im selben Jahr wurden in Paris die ersten Weltspiele der Gehörlosen
durchgeführt, die in der Form ihrer Durchführung und in ihrer Bedeutung für
alle Beteiligen mit den Olympischen Spielen vergleichbar sind. Seit 2001
werden die Spiele auf Beschluss des IOC in Anlehnung an die Paralympics,
„Deaflympics“ genannt. Sie finden in einem regelmäßigen Turnus von vier
Jahren statt. Seit 1949 werden ebenfalls im Abstand von vier Jahren auch
Winterspiele durchgeführt. In jüngster Vergangenheit werden vom ICSD
(International Committee of Sports for the Deaf) immer mehr
Weltmeisterschaften eingeführt. Die Eigenständigkeit des
Gehörlosensports hatte sich auf internationaler Ebene bereits bestätigt,
bevor sich der Behindertensport etablierte. In jüngster Vergangenheit werden vom ICSD (International
Committee of Sports for the Deaf) immer mehr Weltmeisterschaften eingeführt. |
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Auf europäischer Ebene wurde 1983 in Antibes/FRA die
European Deaf Sport Organization (EDSO) gegründet. Sie sorgt für eine
regelmäßige Durchführung von Europameisterschaften in 17 verschiedenen
Sportarten, ebenfalls in einem regelmäßigen Turnus von vier Jahren. |
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Dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband (DGS) gehören 15 Landesverbände mit 149 Vereinen und knapp 11.000 Einzelmitgliedern an. Er ist demokratisch organisiert. Der DGS verfügt über eine eigene Jugendorganisation, die Deutsche Gehörlosen-Sportjugend "dgsj", welche für die Belange weitgehend selbst verantwortlich ist.
Innerhalb des DGS werden in 22 verschiedenen Sportarten nationale Meisterschaften durchgeführt, die ausnahmslos durch die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in den Sparten selbst organisiert werden.
Teilnahmeberechtigt im Gehörlosensport ist nur, wer einen Hörverlust von mindestens 55 Dezibel auf beiden Ohren nachweisen kann. |
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Wir der GSV
1925 entstanden aus
dem Gehörlosen Kegelverein. Später wurde
dann der Gehörlosen-Sportverein gegründet, der zumeist aus Fußballern bestand.
1941 bildete sich eine weitere Sportgruppe, die Schachgruppe. Gleich nach dem
II. Weltkrieg folgte 1947 die Gehörlosen Faltbootgruppe. Damit bestanden zu
dieser Zeit 4 verschiedene Sportvereine mit fast gleichen Zielen.
Im Jahre 1951 mussten sich alle Gehörlosen Sportgruppen zu
einem Verein zusammenschließen. Die Vielzahl der Gruppen, mit manchmal nur
wenigen Mitgliedern erschwerte eine gezielte Kommunikation und eine gerechte
Mittelverteilung. Man einigte sich auf den Namen „Gehörlosen Sportverein“,
übernahm das Datum der ersten sportlichen Aktivitäten und bildete mit einem
neuen Vorstand, einen eingetragenen Verein mit gemeinsamer Satzung.
Heute hat der Verein ca. 220 Mitglieder, die sich in 12 Abteilungen sportlich betätigen. Hinzu kommen eine Jugendgruppe, ein Frauen- und Seniorenkreis.
Angeboten werden Angeln, Bowling, Dart, Fußball, Gymnastik, Kanu, Schach, Sportschiessen, Tischtennis, Wandern und Wintersport. Dazu gehörren auch die Jugendabteilung sowie der Frauenkreis und der Seniorenkreis. (Näheres entnehmen Sie bitte unter „Das bieten wir“)
Heute versteht sich der GSV als Dienstleister nicht nur in Sachen Sport, sondern auch als Anbieter für Freizeitgestaltung wie z.B. Bildungsreisen oder Durchführung von Trendsportarten. Vom Freizeitsport über Breitensport bis hin zum Leistungssport und der Möglichkeit an Deustchen Gehörlosen-Meisterschaften teilzunehmen findet jeder Interessent ein Angebot im GSV Braunschweig.
Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, dann …….

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