Kanu-Trainingslager mit Kultur und Geschichte in Berlin
Seit einigen Jahren fahren wir GSV-Kanuten für eine Woche in verschiedenen Städten, um dort zusammen zu paddeln und die Zeit gemeinsam zu erleben. Wir, das sind Hans-Wilhelm und Guido. Unser 3. Sportfreund Torsten ist bedauernswerterweise verhindert. Wir verstehen die Zeit nicht als Urlaub, sondern als Art Trainingslager. Es soll den Sport und den Zusammenhalt stärken sowie die Gastgeberstädte kennenlernen.
Nach den Stationen Leipzig, Cottbus und Norden ist nun Berlin dran. Wir waren zu Gast beim Kanu Club Zugvogel Berlin e.V. und waren im Vereinsheim untergebracht. So waren wir geschützt vor nächtlich-herbstlichen Temperaturen und Unwetter.
Tagsüber unternahmen wir Kanutouren in der Umgebung auf der Havel, auf dem Tegeler See, auf dem Hohenzollernkanal, auf dem Spandauer See, auf dem Nieder-Neuendorfer See und auf dem Stössensee. So besuchten wir unter anderem den Kanuverein Tegeler Kanu Verein e.V. und den Wassersport Club Havel e.V.. Auch wurde die Siedlung Tiefwerder mit dem Beinamen „Klein-Venedig“ besucht.
An einem Tag ließen wir die Kajaks trocken liegen, fuhren mit öffentlichen Verkehrsmittel nach Berlin-Zentrum und stiegen am Museumsinsel aus. Auf der Höhe der DDR-Museum bestiegen wir eine Barkasse und schipperten auf der Spree am Regierungsviertel entlang. Zu sehen bekamen wir
das Unterwasser der Mühlenschleuse, das Bode-Museum, den Reichstag, das Bundeskanzleramt den Hauptbahnhof und die „schwangere Auster“ (das Haus der Kulturen). In Berlin wurde viel gebaut. Leider machte die Barkasse kurz vor dem Schloss Bellevue kehrt und wir konnten die „Goldelse“ (die Siegessäule) nur aus der Ferne sehen. Dennoch genossen wir die kleine Dampferfahrt und hinterher genossen wir gleich am Anleger eine Original Berliner Currywurst, das uns sehr mundete (war sehr lecker!) Mit vollem Bauch besuchten wir den DDR-Museum und bestaunten die Sachen, die es bis zur Wende (Mauerfall) gab. Nach einem stärkenden Kaffee und Kuchen fuhren wir in überfüllten U-Bahnen wieder nach Berlin-Haselhorst.
An einem anderen Tag verbanden wir den sportlichen Paddeltag mit Gehörlosen-Kultur. Wir paddelten mit unseren Kajaks nordwärts zum Nieder-Neuendorfer See und legten unsere Kajaks beim befreundeten Verein Wassersport Club Havel ab. Dann pilgerten wir zu Fuß ca. 500m zum
Vereinsheim des Zentralverein für das Wohl der Taubstummen 1849 e.V. Heute war dort Senioren-Kaffeetreff. Noch vor dem ersten Kaffee besichtigten wir das Vereinsheim, im Obergeschoss befinden sich Gästezimmer und unten Versammlungsräume, Küche, Terrasse und Garten. Sogar ein eigener Bootsanleger ist vorhanden.
Bei Kaffee lernten wir die anwesenden Gehörlosen kennen, einige kamen sogar aus Bremerhaven nach Berlin. Es gab heißen Kaffee, sehr leckerer Kuchen und viele angeregte Unterhaltungen. Hans-Wilhelm traf nach Jahrzehnten eine ehemalige Sportfreundin aus Kegelsport-Zeiten wieder. Fast
hätten wir die Zeit verplaudert, wir mussten noch zu unseren Booten zurücklaufen und rund 2 Stunden nach Haselhorst zum Bootshaus Zugvogel paddeln. Es war ein sehr schöner, warmer Herbsttag mit viel sommerlicher Sonnenschein.
Wir hatten eine sehr schöne Zeit in Berlin mit Kanusport, Berlin-Geschichte und Gehörlosen-Kultur. An dieser Stelle einen großes Dankeschön an die Sportfreunde vom Kanu Club Zugvogel Berlin e.V. und Wassersport Club Havel e.V. sowie an die Gehörlosen vom Zentralverein für das Wohl der
Taubstummen 1849 e.V..
